Die 5 häufigsten Grill-Irrtümer

Holzkohle, Gas, Elektro – Mythos Geschmack!

Die Wahl der Grillbefeuerung ist ohne jeden Zweifel eine Glaubensfrage. Alte Grillhasen schwören auf Holzkohle und kämen nicht im Traum darauf, ihre liebevoll zelebrierte Feinbratwurst einem Gasgrill auszusetzen. Schließlich bekommt man auf propanerzeugten Flammen nach Ansicht der Holzkohleverfechter einfach keinen „echten“ Grillgeschmack hin. Aber gesünder ist das Fleisch vom Gasgrill – jedenfalls wenn es nach den passionierten Gasgrillern geht.
Das sagt der LA COCINA-Profi: Die Wahl des Grills ist nicht geschmacksentscheidend. Richtig gegrillt, schmeckt die Wurst von allen Grills gleich. Wer durch indirektes Grillen die Fettverbrennung in der offenen Flamme verhindert, tut seiner Gesundheit gewiss einen Gefallen, ganz gleich, wie die Flamme erzeugt wird.

Bratwurst und marinierter Nacken –Dauerbrenner oder Langweiler?

Schweinenackensteaks, mariniert mit Kräutern, Senf oder Paprika, sind absolute Klassiker und dürfen bei keinem Grillfest fehlen. Auch auf die in Hela Gewürzketchup getunkte Rostbratwurst wird in aller Regel nur ungern verzichtet. Abwechslung? Fehlanzeige! Einzig die Darreichungsform der Bratwurst kann von Kleingarten zu Kleingarten zwischen halbmetrigem Kaventsmann und Mett-Schnecke variieren.
Malte Diemer rät: Grundsätzlich kann man mit solchen Klassikern nichts falsch machen. Wer seine Grillabende aber etwas abwechslungsreicher gestalten möchte, dem sei ein Blick in eines der zahlreichen im Handel erhältlichen Grill- und Barbecuebücher empfohlen. Ob smoken mit Kirschholz, Fisch von der Holzplanke, Beercan-Chicken oder köstliche Hamburger – hier ist für jeden Geschmack etwas dabei.

Poren zu – Fleisch saftig? Blödsinn!

Die großzügige Verwendung handelsüblicher Brandbeschleuniger wird von vielen Grillmeistern mit der Sorge begründet, der Grill könne nicht heiß genug sein, um die Poren des Fleisches schnell zu schließen und es saftig zu grillen.
Unser Profi dazu: Fleisch hat keine Poren, die geschlossen werden müssten. Vielmehr handelt es sich um Muskelfleisch, das durch Anbraten an der Oberfläche karamellisiert und eine leckere Kruste erhält (sog. Maillard-Reaktion). Entscheidend ist, dass das Fleisch nicht so oft gewendet wird und dass man es nach dem Grillvorgang einen guten Moment abgedeckt ruhen lässt, bevor man es anschneidet. Dann ist es schön saftig und schmeckt hervorragend. Spiritus ist gefährlich und ändert nichts an der Wärmeleistung der Holzkohle. Ein einfacher Grillanzünder tut es auch.

Wenn’s brennt, kipp‘ Bier drüber – das löscht das Feuer und schmeckt besser!

Den beharrlichen Kampf gegen ungewollten Flammenschlag und verkohltes Fleisch führen Grillgenies seit Generationen mit dem Allroundtalent deutscher Outdoor-Kultur – dem Bier. Denn erstens, so der Konsens unter den Holzkohle-Dompteuren, löscht Bier nicht nur Durst sondern auch Feuer. Und zweitens schmeckt ein gehopftes Fleisch gleich doppelt so gut.
Malte Diemer sagt dazu: Der direkte Kontakt glühender Kohle mit einem Schuss Bier führt dazu, dass die Flüssigkeit unmittelbar beim Auftreffen auf die Kohlen verpufft und Asche aufwirbelt, die sich an der Unterseite des Fleisches absetzt. Dieser Vorgang ist schädlich für die Gesundheit. Also: Fleisch auf den Grill, Bier ins Glas!


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